Beirut August 4th, 2020

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Hansjörg Eberle, RC Genève International

Am 4.8.2020 kam es zu einer großen Explosion im Hafen von Beirut. Die halbe Stadt Beirut wurde zerstört, etwas 300.000 Menschen sind obdachlos. 5.000 wurden verletzt, aber es gibt ein paar Verletzte mehr wegen der Unruhen und Protestaktionen gegen die Regierung.

Die Spital-Infrastruktur ist völlig überfordert. Der Flughafen Beirut wurde beschädigt, aber Flugzeuge landen täglich. Die internationale Hilfe wirkt bereits.

Die humanitären Bedürfnisse sind enorm. … Es geht um Wasser, … medizinische Versorgung für die Verletzten.

Können wir da mithelfen ? Ich glaube nicht. Diese Hilfe läuft bereits. Wir Rotarier können nicht sofort zum Zug kommen. Ich denke aber, dass es eine wichtige Aufgabe für Rotary gibt, den Spitälern unter die Arme zu greifen….“


Was unternehmen wir im Distrikt 1910 ?

  1. Wir haben Kontakt aufgenommen mit dem zuständigen Distriktgovernor Mazen Alumran (im Bild rechts mit seiner Frau und Bruno).
  2. Wir haben mit den deutschen und schweizerischen Distrikten einen ständigen Austausch.
  3. Der ICC-Länderausschuss Deutschland-Libanon (Chair: Anthony Peter, RC Itzehoe) macht mit uns gemeinsam Projekte, sobald dies möglich ist. Er wird auch über die libanesische Rotarierin, die neuer Chair auf der Seite des Libanon ist, Kontakte zu Clubs herstellen.
  4. Hansjörg Eberle, der intensive Libanon-Erfahrungen hat (siehe auch obiges Video) wird mit den Clubs im Libanon Projekte besprechen, ist aber auch für Vorschläge offen.
  5. Wir stimmen uns mit dem Rotary-Foundation Committee Chair des Distrikts 2452 PDG Dr. Michael Jazzar ab, um die Projekte mit den lokalen Clubs und der Unterstützung der Foundation umzusetzen.

Spenden-Sammelkonto

Wir haben ein Konto eingerichtet, wo wir nun Spenden sammeln. Sobald es Projekte gibt, wird das Foundation-Committee unter Ralf Peters (RC Klosterneuburg) gemeinsam mit dem Community-Service Chair Thomas Wimpissinger (RC Wien-Albertina) mit Clubs im Libanon, der Schweiz und Deutschland unterstützen – wir werden berichten.

IBAN: AT85 3200 0069 1165 7699
BIC: RLNWATWW
Raiffeisen-Landesbank Niederösterreich-Wien AG

Absetzbarkeit von Spenden:
1. Für Einzelspenden bitte zum Namen auch das Geburtsdatum schreiben.
2. Wenn Clubs nicht aus der Kassa überweisen, sondern im Club Geld sammeln, dann bitte zur Sammelüberweisung eine Liste der Spenderinnen und Spender mit Geburtsdatum und Unterschrift übermitteln an den Rotary-Projektverein:
Obmann: Mag.Josef Leutgeb josef.leutgeb@agl.at (RC Klosterneuburg)


Die letzten Sekunden im Leben der Feuerwehrleute von Beirut

Es ist kurz vor 18 Uhr am Dienstagabend in Beirut, als Sahar Fares und zehn Männer in den Norden der Stadt ausrücken. Die Feuerwehrleute beraten noch, wie sie sich den Flammen ab besten nähern sollen. Als das erste Feuer im Hafen ausbrach, wurden 12 junge Freiwlllige der Beirut Fire Fighters sofort vor Ort beordert. Sie meldeten noch, dass die Situation schlimmer als vorgesehen sei, dann geschah die Hauptexplosion und die jungen Männer kamen uns Leben.

Beiruts Feuerwehr braucht eine neue Ausrüstung

Bei der Explosion wurde praktisch alle Ausrüstung der Beirut Fire Fighters zerstört. Man kann sich leicht vorstellen, wir es bei der nächsten Feuersbrunst in Beirut wieder zu einer Katastrophe kommt, wenn die Feuerwehr keine Ausrüstung hat.

Der RC Tripoli Cosmopolis führt diese Projekt.

Hansjörg Eberle vom RC Geneve International wird einen Videotermin mit dem Feuerwehrkommandanten und dem RC Tripoli Cosmopolis machen für weitere Abklärungen.

Er ist bereits am Sichten von Materiallisten, die ihm der Feuerwehrkommandant bereits zugestellt hat. Der Finanzbedarf ist sehr hoch, falls auch Feuerwehrfahrzeuge beschafft werden müssen. Es gibt aber auch Bedarf an kleinem Gerät, Uniformen, Pumpen – es braucht nicht unbedingt gleich Millionen, um Nutzen zu stiften.

Dieses Projekt hätte auch das Potential, dass sich interessierte Rotarier mit Beziehungen zur heimischen Feuerwehr für die Mobilisierung von gebrauchter Ausrüstung stark machen könnten.

Die Materialliste zum Download:
firefighters.pdf

Wiederaufbau des Kinderspitals von Quarantaine nach der Explosion

Die Assameh Birth and Beyond Pediatric Unit im Karantina Hospital, die über eine spezialisierte Abteilung zur Behandlung von Neugeborenen verfügte, die eine Intensivpflege benötigen, wurde vollständig zerstört.

Dieses Projekt wird vom Rotary Club de Beyrouth geführt, mit Unterstützung des RC Tripoli Cosmopolis.

Wir stellen derzeit gemeinsam mit den drei Schweizer Distrikten und dem Länderausschuss (ICC) Deutschland-Libanon Projekte zusammen, um unsere rotarischen Freunde zu unterstützen.


Ein kurzer Überblick über die Kosten der medizinischen Ausrüstung und der baulichen Wiederherstellung (in Tsd):

Basic EquipmentDelivery Beds, Electric Beds, Patients Stretchers, Fetal monitors, Vital signs, Defibrillators, Syringe pumps, Resuscitators230USD
Foetal surgery EquipmentMiniature telescope, Congenital Diaphragmatic Hernia- In Vitro, Insertion and Removal, Anterior plasma- Curved scope, Posterior placenta- straight, Cord occlusion, Amniotic bands, Fetal Cystoscopy, Bipolar Accessories37EUR
Laser Unit 62EUR
Ultra SoundObstetrical Ultra sound with reusable fibers82USD
Pumps and SyringesMonitoring for non-Invading Vital signs (x 10 pcs)80USD
Pumps and Syringesinfusion Syringes (x10 pcs)25USD
Pumps and SyringesPerfusion pump (x10 pcs )25USD
ReconstructionInfrastructure cost for the 2nd floor reconstruction285USD



Rotary Clubs aus Ägypten verteilen Hilfspakete in Beirut

Am 30.August 2020 landete eine ägyptische Transportmaschine gefüllt mit Hilfspaketen (Medikamente, Kleidung, Nahrung) in Beirut. Auch Rotarierinnen und Rotarier aus Ägypten sind mitgeflogen, um gemeinsam mit den Rotary-Clubs aus Beirut alles zu verteilen.


Informationen von Hansjörg Eberle von gestern:

Von: Hansjoerg E
Gesendet: Dienstag, 11. August 2020 15:57
An: Dr.Peter Adler ; hansjoerg.eberle@fsd.ch
Cc: rotary.fbp@bluewin.ch; reto.fritz@gmx.ch; hansruedi.moser@rotary1990.ch; info@ursklemm.com
Betreff: Re: Libanon

Lieber Peter,

Ich danke Dir für den gestrigen Austausch.

Ich leite beruflich die Schweiz. Stiftung für Minenräumung (FSD) – https://fsd.ch/de und habe mehrere Jahre lang Minenräumungsprojekte im Süden Libanons durchgeführt. Dies hat mir als Rotarier geholfen, später auch Projekte für Rotary in Libanon zu organisieren.

In den letzten drei Jahren haben wir mit Hilfe von verschiedenen libanesischen Rotary-Clubs und finanzieller Unterstützung der Schweizer Distrikte und Clubs im wesentlichen 2 Projekte aufgegleist und umgesetzt:
– Wasserfiltrierungssystems & Ausbildung für 100 öffentliche Schulen über 2 Global Grants für etwa USD 370’000
– Unterstützung von 2 Spitälern mit medizinischem Material und Ausrüstung im Rahmen der COVID-19-Krise im Wert von rund USD 170’000.

Die Umsetzung vor Ort ist für diese Projekte fest in rotarischer Hand (libanesische Clubs), und ich bin in permanentem Kontakt mit dem Projektteam vor Ort, inclusive Jamil Mouawad und Michel Jazzar, die Du ja auch kennst.

In Beirut herrscht zur Zeit Chaos: Die Regierung ist zum Teil zurückgetreten, und die meisten Regierungen wollen nicht über die libanesische Regierung helfen. Allerdings gibt es nebst etwelchen Hilfsorganisationen und Rotary kaum etablierte Strukturen. Das Krisenteam der Regierung ist ein bisschen im luftleeren Raum.

Die internationale Hilfe aber ist gut angelaufen, und für die Versorgung der Ueberlebenden und Obdachlosen ist vorerst gesorgt. Ich glaube nicht, dass heute die Gefahr besteht, dass Menschen in Beirut verhungern oder auf der Strasse ohne Hilfe zugrunde gehen… aber natürlich wird mangelt es gleichzeitig an «allem».

Unsere Rotarier-Kollegen vor Ort haben sich bereits mit der Krisenzelle, dem persönlichen Mitarbeiter des Gesundheitsministers und verschiedenen Spitälern und anderen Institutionen getroffen, um die Bedürfnislage abzuklären. Noch haben wir uns nicht für ein konkretes Projekt entschieden, werden dies aber innert den nächsten Wochen tun.

Die für uns wichtigen Kriterien sind die folgenden:
– Wir machen Fundraising bis Ende September und beginnen dann mit der Umsetzung eines geeigneten Projektes.
– Wir fokussieren auf mittelfristige Bedürfnisse, die frühestens im letzten Quartal dieses Jahres abgedeckt werden sollen
– Wenn immer möglich Abwicklung über bestehende rotarische Strukturen & Verstärkung dieser Strukturen
– Strikte Finanzkontrolle – Libanon hat den schlechten Ruf bezügich Korruption leider nicht zu Unrecht
– Keine Verzettelung der Mittel – keine Giesskannenprinzip

Bis jetzt kristallieren sich folgende möglichen Projektbereiche als besonders vielversprechend heraus:

– Medizinische Unterstützung (Verbrauchsmaterial, Ausrüstung) für die noch funktionierenden Spitäler. Wir sind im Moment über den RC de Beyrouth und the RC Tripoli Cosmopolis im näheren Kontakt mit dem Karantina Public Hospital in Beirut, das stark beschädigt wurde. Vergessen wir nicht, dass die Spitäler auch ohne die Explosionskatastrophe bereits enorm unter der Finanzkrise und dem COVID-19-Ansturm gelitten haben und auch mittelfristig wahrscheinlich und mangelndem Material leiden.
– Die Feuerwehr hat alle Ausrüstung verloren und kann kaum auf staatliche Unterstützung zählen. Ohne Feuerwehr aber ist es nur eine Frage der Zeit bis zur nächten Katastrophe. Ich habe eine Sitzung mit dem Präsidenten der Vereinigung und libanesischen Rotariern vermutlich noch diese Woche.

Soweit, so gut. Ich denke, wir sind von der Projektorganisation vor allem in Zusammenarbeit mit den libanesischen Clubs her gut aufgestellt, und hätten keine Probleme, auch etwas grössere Projekte umzusetzen, sofern das liebe Geld verfügbar gemacht wird.

Falls Du und Dein Distrikt unser Vorhaben unterstützen möchtest, besteht dazu sicher die Gelegenheit. Ich würde mich auch sehr über die Mitarbeit von deutschen Distrikten freuen.

Falls Du aber eigentlich lieber selbst eine Projektidee umsetzen möchtest, kann ich auch dazu Hand bieten, indem ich Dich mit kompetenten Rotariern im Libanon in Kontakt setze.

Ich stehe gerne zur Verfügung für weitere Fragen.

Hansjörg Eberle
RC Genève International
Libanon-Projekt für D 1980, 1990, 2000
Whatsapp +41 79 333 00 72
Skype hansjoergeberle


Information von Dr.Michael Jazzar, TRF-Chair D2462 12.08.2020:

Thank you Peter,

I am coordinating the Rotary operation in Lebanon in two directions:
1-As I preside the Lebanon Country Chair, I oversee the bank account.
-On another side 25000$ will be added to the account as 28 RCs contributions to the operation in favour of the people of Lebanon.
-Meetings to coordinates:
*Media platform
Website
Videos
*Medical equipments
*Sanitizer for COVID1O and Hygiene.
*Foodboxes for distribution to family in needs.
2-as DRFC chair I am coordinating for a GG with the participation of different Districts.

Thank you for your patience and support.


Hilfslieferung aus Bahrain (Sitz des Distrikt Governors)

Der Distrikt Governor für den Libanon, Mazen Alumran, hat seinen Sitz in Bahrain. Eine Delegation ist mit den Hilfslieferungen nach Beirut mitgeflogen und hat dieses Dokumentar-Video gedreht.


Rotary Distrikt 1910

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