Polio ausrotten

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Sieg über Polio – für immer

Seit über 30 Jahren haben wir uns dem weltweiten Kampf gegen die Kinderlähmung verpflichtet. Es it unser erklärtes Ziel, die Kinderlähmung weltweit auszurotten – und wir haben unser Ziel FAST erreicht. Als wir 1979 mit der Impfung von sechs Millionen Kindern auf den Philippinen begannen, schien das eine unerreichbare Utopie zu sein. Heute kommen nur noch einige wenige Infektionsfälle in zwei Ländern der Erde vor: Afghanistan, Nigeria, und Pakistan. Und auch hier werden wir das Virus besiegen.

Schülerinnen zeigen nach ihrer Polio-Schutzimpfung im Rahmen nationaler Impftage in Addis Abeba ihre farbmarkierten Finger vor
Foto: Jean-Marc Giboux

(Originalartikel: https://rotary.de/endpolionow/polio-rueckblick.html )

24. Oktober 2019 – Am heutigen Welt-Polio-Tag kam eine unabhängige Expertenkommission zu dem Schluss, dass das Polio-Wildvirus Typ 3 (WPV3) weltweit ausgerottet ist. Nach der Ausrottung der Pocken und des Polio-Wildvirus Typ 2 stellt diese Meldung eine historische Leistung für die Menschheit dar. 

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ROTARYS KAMPF GEGEN DIE KINDERLÄHMUNG – EIN RÜCKBLICK

Der folgende Text ist eine übersetzte Zusammenfassung der Broschüre von Herbert A. Pigman „Conquering Polio. A brief history of PolioPlus, Rotary’s role in a global program to eradicate the world’s greatest crippling disease“ (Rotary International, 2005 – Übersetzung und Redaktion: Matthias Schütt).
Pigman, RC Boswell/Indiana, USA, war von 1979 bis 1986 und von 1993 bis 1995 RI-Generalsekretär und übernahm mehrfach Führungsaufgaben im Program PolioPlus. Die Broschüre entstand zum Rotary-Jubiläum 2005.




Das Versprechen

Es war der Neujahrstag 1986, als Rotary International sich erstmals mit einem internationalen Projekt an die Weltöffentlichkeit wandte und das Programm PolioPlus zur Ausrottung der Kinderlähmung (Poliomyelitis kurz Polio) bekannt gab. Das Forum dafür bot eine der großen öffentlichen Aufmärsche in den USA, die Rosen-Parade in Pasadena/Kalifornien USA, deren Präsentation von über 100 Themenwagen in jenem Jahr von 125 Millionen Fernsehzuschauern in aller Welt verfolgt wurde.
Das Paraden-Motto „A Celebration of Laughter“ wandelten die rotarischen Organisatoren für ihr Anliegen um: Turning tears into Laughter (Aus Tränen wird ein Lachen). Ein Banner mit dem Hinweis auf das 100. Gründungsjubiläum Rotarys signalisierte den anvisierten Schlusstermin: Bis 2005 will Rotary die Kinderlähmung endgültig besiegen. Als Botschafter auf dem Festwagen winkte einer junger Mann aus Malawi ins Publikum, der als Kind an Polio erkrankt war und nun dank intensiver medizinischer Behandlung durch rotarische Ärzte fast ohne Hilfsmittel aufrecht gehen konnte: Einer von geschätzten zehn Millionen Menschen, die noch immer unter den Folgen einer Polio-Infektion leiden. „Was Wilborn Chuvala durchlebt hat, ist sowohl Triumph als auch Tragödie“, schreibt Herbert A. Pigman: „Triumph wegen seines Willen, die Krankheit zu besiegen, Tragödie weil ihm und Millionen anderer Polio-Opfer in den letzten 50 Jahren Tod oder Verkrüppelung hätten erspart werden können, wenn die globalen Gesundheitssysteme in der Lage gewesen wären, ein paar Tropfen Impfstoff auszugeben, eines Impfstoffs, der nur ein paar Cents kostet.“




Das Ziel

Als Rotary sich vor 23 Jahren mit dieser Ankündigung gegenüber der Weltöffentlichkeit selbst in die Pflicht nahm, gab es kaum Zweifel an der Machbarkeit, Polio bis 2005 aus der Welt zu schaffen, denn zwei Voraussetzungen waren gegeben: Es standen Impfstoffe von hoher Qualität und niedrigen Kosten zur Verfügung und Rotary hatte mit einer neuen Programmstruktur den Weg für große internationale Gemeinschaftsaktionen bereitet. Dies und die Dynamik eines weltweiten Netzwerks von damals einer Million Rotarierinnen und Rotarier gaben Anlass zum Optimismus. Auch wenn ihnen bewusst war, welche außerordentlichen Anstrengungen vor ihnen lagen enorme Geldmittel aufzubringen, Partner im öffentlichen Bereich zu finden, medizinisches Know-how zu akquirieren und vor allem die Mitglieder für hands-on zu gewinnen , mit den in den folgenden 20 Jahren dann tatsächlich eintretenden Hindernissen konnten die Organisatoren nicht rechnen. Das Geld war fast die geringste Sorge, aber wie sollte man Millionen von Eltern von Schutzimpfungen überzeugen, die noch niemals Kontakt mit einer Gesundheitsbehörde gehabt hatten? Wie sollte der Nachweis der Unterbrechung der Übertragungskette ermöglicht werden, ohne vorher ein globales Laborsystem zur Kontrolle aufzubauen? Zu diesen Herausforderungen hinzu kamen unvorhersehbare Rückschläge durch Kriege, Wirtschaftskrisen, die schlechte medizinische Infrastruktur in vielen Ländern der dritten Welt und schließlich das Auftreten neuer Infektionskrankheiten wie HIV/AIDS, was im Kampf um öffentliche Fördermittel immer größere Anstrengungen notwendig machte.

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